BW16TZ auf Exkursion

27.08.2017

Fachexkursion zum Kraftwerk Lippendorf

 

Im Süden der Blick auf das Erzgebirge, im Norden der Blick auf das Neuseenland und das ehemalige Leipziger City Hochhaus mit der Europäischen Strom- und Energiebörse EEX - diese einmalige Aussicht hatten die Schüler der Klasse BW16 TZ und ihre Lehrer, nachdem sie das 163 hohen Kesselhausdach bei ihrer Fachexkursion zum Kraftwerk Lippendorf erklommen hatten.
 

Die Exkursion wurde mit einem ausführlichen Vortrag von Herrn Dornberg, dem Leiter der Standortkommunikation, eingeleitet. Die angehenden Betriebswirte erfuhren, dass das Werk 1999 als eine der größten privatwirtschaftlichen Investitionen seiner Zeit in Betrieb genommen wurde. Es verfüge über eine Betriebs- und Abbaugenehmigung bis 2040, die damals eine wichtige Investitionsvoraussetzung darstellte.

 

Das Werk produziere einerseits günstige Fernwärme für Leipzig, Böhlen und die Gemeinde Neukieritzsch, andererseits verstrome es Rohbraunkohle, so dass es als Grundlastwerk flexibel einen Beitrag zur allgemeinen Stromversorgung leiste. Damit komme der Braunkohle im Hinblick auf die in 5 Jahren anstehende Abschaltung der Atomkraftwerke eine besondere Bedeutung in der deutschen Energiewende zu:  Die Braunkohlenkraftwerke seien in der Lage, eine stabile Grundlastversorgung mit Energie zu gewährleisten, was in der aktuellen energiepolitischen Diskussion nicht ausreichend berücksichtigt werde.


Neben den aktuellen Bezügen zur Energiepolitik erhielten die Zuhörer einen umfassenden Einblick in die betriebliche Entwicklung und die technisch-physikalischen Aspekte der Energieproduktion, die an dem Standort seit 1929 betrieben wird. Das Kraftwerk gehört zur LEAG AG, die 2016 durch den Verkauf von Kraftwerken und Tagebauen des schwedischen Konzern Vattenfall an die tschechische EPH-Gruppe entstand. Vor Ort stellt das Unternehmen mit 300 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber in der Region dar. Jährlich werden ca. 100 Auszubildende in technischen und kaufmännischen Bereichen, auch für andere Unternehmen in der Region, in einer hauseigenen Betriebsberufsschule ausgebildet.
 

Höhepunkt der Exkursion stellte die eigentliche Besichtigung des Kraftwerkes dar. Ausgestattet mit grünen Sicherheitshelmen und einer Sicherheitseinweisung führte die Führung vorbei an den beeindruckenden Feuerräumen der Kessel und dem Rohrleitungssystem zu den Turbinen, deren Schaufelräder die Turbinenwelle  in eine Drehbewegung versetzen, sodass am Ende ein Generator die Energie in elektrische Energie umwandelt. Diese wird dann auf die 380-kV-Hochspannungsebene transformiert und über die Umspannwerke in das Höchstspannungsnetz eingespeist.


Was wird aus den nicht mehr genutzten Tagebauen? Davon konnte sich die Klasse im Anschluss an die Betriebsbesichtigung bei einem Mittagessen auf der Seepromenade des Zwenkauer Kaps einen Eindruck verschaffen. Hier entstand aus dem ehemaligen Restbauloch des ehemaligen Tagebaus Zwenkau ein attraktives Wohn- und Erholungsgebiet mit einem See größer als der bekannte bayerische Tegernsee. 19.08.2017

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: BW16TZ auf Exkursion