Erlebnispädagogische Woche 2019

11.09.2019

ER18/1: Erlebnispädagogik im schönen Elbsandsteingebirge

 

Auch in diesem Jahr fanden wieder die erlebnispädagogischen Tage statt. Im Vorhinein konnte sich kaum jemand vorstellen, was darunter zu verstehen war. Aus diesem Grund setzten wir uns intensiv mit dem Thema auseinander. Grundsätzlich geht es dabei darum, Kinder und Jugendliche aus ihrer Komfortzone, den Alltag, zu bringen und somit mit unbekannten und neuen Erfahrungen sowie Herausforderungen zu konfrontieren. Dies gelingt oftmals nur, wenn alle an einem Strang ziehen und als Team zusammen agieren.

 

Die Erwartungen an diese Tage waren sehr unterschiedlich. Manche hatten Angst vor dem, was auf sie zukommen würde und dass die Anforderungen zu anspruchsvoll werden. Außerdem dachten viele im Vorfeld, dass die Erlebnispädagogik langweilig werden würde und hatten deswegen keine richtige Lust teilzunehmen. Jedoch gab es auch positive Erwartungen, darunter beispielsweise Neugier, Spaß, die Stärkung des Zusammenhaltes der Gruppe, besseres Kennenlernen und das Ausprobieren von neuen Aufgaben.

 

Wir trafen uns am Bahnhof in Altenburg und von dort aus fuhren wir in Richtung Bad Schandau. Als wir dort nach über einer Stunde ankamen, stellten wir unsere Autos ab und machten uns auf den Weg zur Elbe, welche man vom Parkplatz aus bereits sah. Am Ufer warteten die Erlebnispädagogen Falk und Ikea auf uns und nahmen uns herzlich in Empfang. Schon stand uns die erste Herausforderung, eine Schlauchboottour auf der Elbe, bevor. Nach einer kurzen Stärkung wiesen die beiden uns in das Paddeln ein und rüsteten uns mit Schwimmwesten und Paddeln aus. Unsere Klasse war nun startklar um mit zwei Schlauchbooten den Strom der Elbe zu bewältigen. Das gute Wetter und die angenehmen Temperaturen boten dafür ideale Bedingungen. Ikea begleitete uns mit ihrem Kajak und gab uns immer wieder neue Hinweise und Anweisungen. Das Ziel dabei war, einen gemeinsamen Paddelrhythmus zu finden, um schneller voran zu kommen. Elf Kilometer flussabwärts und nach einer erneuten Stärkungspause kamen wir in Rathen an, wo die Schlauchboote aus dem Wasser geholt und gesäubert werden mussten. Als dies getan war, machten wir uns auf den Weg zur Unterkunft, welche sich im fünf Kilometer entfernten Porschdorf befand.

 

Der Weg wurde als sehr anstrengend empfunden, aber die Natur und die Aussicht luden zum Durchhalten ein. Immer wieder motivierten wir uns gegenseitig, bis wir auf dem Aktiv-Hof angekommen waren. Dort zeigten Ikea und Falk uns das Grundstück sowie die verschiedenen Schlafplätze. Einige Schüler übernachteten auf dem Heuboden der Scheune und der größte Teil der Klasse in den vorgesehenen Zimmern. Diese Schlafplätze konnten nach einer kurzen Einweisung bezogen und eingerichtet werden. Jedoch war auf dem Heuboden kein Heu mehr vorhanden, was für Enttäuschung bei den „Heu-Schläfern“ sorgte. Anschließend trafen wir uns alle auf dem Hof der Unterkunft und besprachen noch wichtige Details. Nach dem Abendbrot, welches wir täglich selbst in einer Out-Door-Küche zubereiteten, setzten wir uns noch einmal alle gemeinsam an das Lagerfeuer und reflektierten über den ersten Erlebnistag. Kurz wurden noch der Ablauf und das benötigte Material für den nächsten Tag besprochen sowie der Küchendienst für den nächsten Tag festgelegt.

 

Am zweiten Tag traf sich der am Abend eingeteilte Küchendienst und bereitete das Frühstück zu. Nach dem Frühstück startete der nächste Erlebnistag in Pfaffendorf, wo der Pfaffenstein über einen Bergsteigerweg bestiegen wurde. Dort kam es nach kurzer Zeit bei vielen schon zu gemischten Gefühlen. Einige hatten mit ihrer Höhenangst zu kämpfen, aber auch mit Selbstzweifeln. Andere wiederum sahen diese Wanderung als eine tolle Erfahrung an. Die Aussicht auf dem Berg haben wir sehr genossen.

Nach einer langen und vor allem anstrengenden Wanderung erreichten wir unser Basislager für diesen Tag. Dort bereiteten wir Essen zu und aßen mit unserer „Dosenfreundin“ oder unserem „Dosenfreund“, wie der Name schon sagt, unsere Suppe aus einer Dose. Im Anschluss daran erkundeten wir eine besonders enge und vor allem dunkle Höhle wofür wir uns vorher mit einem Helm mit Lampe ausrüsteten. Zudem erklommen wir mit Sicherungsgurten einen Kletterfelsen. Auch hier hatten etliche Klassenkameraden mit ihren Ängsten zu kämpfen. Das Ziel für den Tag war, dass jeder die gestellten Aufgaben ausprobieren sollte und wenn es doch nicht geklappt hatte, konnte man die Übungen jederzeit beenden.

 

Am Abend ging es mit den Fahrzeugen zurück zum Aktiv-Hof. Der Küchendienst bereitete das Abendbrot vor und danach wurde erneut eine kurze Reflexionsrunde durchgeführt. Der nächste Küchendienst wurde eingeteilt und die Aktivitäten für den darauffolgenden Tag mitgeteilt und besprochen. Den letzten Abend ließen wir am Lagerfeuer mit Gitarrenspiel und ausgiebigen Gesprächen ausklingen.

 

Am letzten Tag der Erlebnispädagogik traf sich der Küchendienst erneut in der Out-Door-Küche zum Frühstück vorbereiten. Nochmals wurde der Tagesplan besprochen und dann machten wir uns alle abreisebereit. Wir packten unsere Taschen, säuberten unsere Schlafplätze und räumten die Küche sorgfältig auf.

 

Anschließend begannen die Aktivitäten des anstehenden Tages. Eine Gruppe begann, angeleitet von Ikea, mit dem Bogenschießen in der Scheune. Das machte uns allen eine Menge Spaß und war für beachtlich viele eine neue Erfahrung. Es sah leicht aus, mit Pfeil und Bogen in eine Zielscheibe zu treffen, aber dies wurde schnell widerlegt. Mit Falk probierte die andere Gruppe aus Natur- und Alltagsmaterialien Feuer zu machen. Nachdem alle ihre Übungen und Aufgaben ausgeführt hatten, wurde gewechselt, so dass jede Gruppe beide Angebote durchführen konnte. Im Anschluss bereitete der eingeteilte Küchendienst noch eine kleine Mahlzeit zu und Ikea und Falk sprachen noch ein kurzes Abschlusswort zu uns und unserer Arbeitsweise. Nach einem letzten Foto als Gruppe ging es zu den Fahrzeugen und zurück in Richtung Altenburg.

 

Fast alle stellten im Nachhinein fest, dass drei Tage Erlebnispädagogik doch etwas zu kurz waren und hätten sich deshalb fünf Tage dafür gewünscht. Es war eine interessante, erfahrungsreiche und vor allem sehr schöne Zeit als Klasse, die niemand mehr missen möchte.

 

Bericht: Lisa Dix und Johannes Naundorf, Schüler der ER18/1

 

 

Quelle Foto: https://aktivreiseteam.de/fotos/id-2019/album/epw-erzieher-altenburg.html (26.06.19)