Fachlageristen besucht Amazon

01.03.2020

Amazon hautnah

Die Klasse FL 18/1 – angehende Fachlageristen im Abschlussjahrgang – hatten am Montag, 24.02.2020, ein besonderes Ziel – das Amazon Logistikzentrum und Lager in Leipzig.

 

Gemeinsam mit unserer Klassenlehrerin, Frau Auerswald, und zwei weiteren Fachlehrern, wollten wir entdecken, was passiert, wenn man auf dem Smartphone eine Bestellung bei Amazon auslöst.


Das Amazon-Gebäude mit seinem gelben Bananen-Tower ist bei der Anfahrt gut zu sehen. Wir wurden von unseren beiden Tourguides empfangen und sahen uns einen kurzen Film an, in dem ein Mitarbeiter aus Leipzig berichtete wie sein Arbeitsalltag im Amazon-Lager ist. In
ehrlichen Worten erzählte er wie er zu Amazon als Arbeitgeber gekommen ist und was ihm an seiner Arbeit bei Amazon gefällt. Unser Tourguide erzählte uns, dass sie selbst schon seit 8 Jahren bei Amazon arbeitet.


Wir haben die Führung beim Wareneingang gestartet, wo die eingehenden Waren kontrolliert werden und für die Lagerung oder, wenn Bestellungen vorliegen, gleich für die Kommissionierung vorbereitet werden. Die Bereiche und die Behälter werden mit englischen
Begriffen benannt. Da es aber nur einzelne Wörter sind, kann man sie wahrscheinlich schnell lernen.
Die Ware, die eingelagert wird, kommt auf spezielle Wagen. Neben kleineren Artikeln wie Büchern, DVDs und Spielzeug, die in kleinen Fachbodenregalen untergebracht sind, gibt es auch für größere Artikel Hochregallager, die mit Kommissionierstaplern angefahren werden. Interessant war, dass die Lagerorte für die Artikel in den Fachbodenregalen nicht vom
Computer ausgesucht werden, sondern die Mitarbeiter schauen, wo Platz ist, um die Artikel abzulegen. Der Lagerort wird dann natürlich im Computer eingebucht.

 

Für uns waren die Kommissioniermethoden interessant. Durch eine spezielle Lagerordnung bleiben die Wege für die Kommissionierer kurz. Für beschädigte oder nicht zuzuordnende Ware gibt es extra Regale und Mitarbeiter, die sich darum kümmern. Qualität ist ein großes Thema bei Amazon. Deshalb wird jeder Artikel nicht nur beim Wareneingang auf Beschädigungen kontrolliert, sondern jeder Mitarbeiter, der beim Wareneingang und bei der Kommissionierung mit den Artikeln zu tun hat, schaut sie sich noch einmal an. So kommen nur einwandfreie Artikel in die Versandkiste.
Auf Förderbändern kommen die kommissionierten Aufträge in den Versand. Dort werden die Pakete per Hand gepackt. Der Computer gibt die Größe der Faltschachteln vor und ein Automat schneidet das Klebeband passgenau ab.

 

An einem Arbeitsplatz hat sich einer von uns sogar getraut, ein Paket zu packen. Mit der Hilfe der Mitarbeiterin lief das recht gut. Sie sagte uns auch, dass man sich hier innerhalb einer Woche sehr gut einarbeiten kann. Auch die Mitarbeiterin aus der Werbung mit den weißen Haaren haben wir hier an ihrem Arbeitsplatz gesehen.

 

Überhaupt war es für so eine große Halle sehr ruhig und die Mitarbeiter, die wir bei unserer Führung sahen, waren entspannt und ruhig am Arbeiten. Keine Spur von Hektik oder Stress. Warum das so ist, konnte unser Tourguide erklären. Alles ist standardisiert und die Arbeiten sind sehr kleinschrittig. Jeder ist für eine Aufgabe zuständig. Wenn es Probleme gibt, istimmer jemand da, der die Probleme löst, so dass die Mitarbeiter selbst ihre eigentlichen Arbeiten erledigen können. Es gibt auch keine Akkordarbeit oder individuelle
Leistungsprämien. Insgesamt hat es uns gewundert, wie viel „Handarbeit“ hier trotz
umfangreicher Technik anfällt.

 

Unsere Fragen zu Verdienst und Sozialleistungen wurden offen beantwortet. Gerade wenn man wie einige von uns, nur in kleinen Betrieben arbeitet, war es beeindruckend, eine so große Firma zu erleben. Die Arbeit, die hinter einer kleinen Bestellung von uns steckt, ist riesig und nur im Zusammenspiel von Mensch und Technik zu leisten.

 

Einige von uns haben sich über Arbeitsmöglichkeiten nach dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss informiert und erfahren, dass in neuen Logistikzentren ausgebildete Lagermitarbeiter gesucht werden.


Mit neuen Eindrücken und einem Geschenk haben wir den Heimweg angetreten.

 

Foto: SBBS WISO Altenburg Fachexkursion zu amazon